„Was wahr ist, will GELERNT sein, es ist nicht einfach da, es erschließt sich nicht von selbst, was wahr ist, will entdeckt, befragt, begriffen, verstanden sein. Was wahr ist, versteht sich nur, indem gelernt wird, WARUM es wahr ist, was DAFÜR spricht, das es war sein könnte. Und was dafür spricht, dass es wahr sein könnte, lässt sich NUR verstehen, indem gefragt wird, was DAGEGEN SPRECHEN KÖNNTE. Das Nachdenken über das, was wahr ist, braucht den Zweifel, die Skepsis, braucht den Test der kritischen Befragung, ob die eigenen Annahmen, die eigenen Indizien, die eigenen Gründe wirklich taugen. WER NACHDENKEN WILL ÜBER DAS, WAS WAHR IST, BRAUCHT ALSO DEMUT. ( Carolin Emcke: Was wahr ist – Über Gewalt und Klima -Wuppertaler Poetikdozentur für faktuales Erzählen 2023)