Bleibt alles anders?

„Nicht nur im Hinduismus, auch im Christentum und in anderen Religionen ist es möglich, sich von einer göttlichen Kraft erfüllt zu fühlen, um wie Johann Sebastian Bach zu jubilieren: “ Ich bin vergnügt mit meinem Glücke.“ Diese Art von Glück, die jegliche Verlorenheit der menschlichen Existenz abmildert, ja sogar aufhebt, ist die vielleicht wichtigste Funktion von Religion: Dank ihr können Menschen sich selbst und alles, was ihnen widerfährt, auch Unrecht und Schmerz, in einem größeren Rahmen sehen – und sich getröstet fühlen.“ ( Wilhelm Schmid : „Wer bin ich ohne dich?“ in: DIE ZEIT 27. August 2026)

„Und so kommt einiges an Arbeit auf uns zu. Verweigerungsarbeit, Verneinungsarbeit. Die Arbeit, die es bedeutet, als Menschen, die an aller Lebenszuträglichkeit vorbeisozialisiert wurden, mehr „falsch“ machen zu müssen. Weil unsere Spielregeln unethisch sind. Weil wir uns von uns selbst entfernen, mit jedem einzelnen, mit Wohlstandsauswurf gefüllten und – völlig korrekt – vor die Tür gestellten Gelben Sack. Es ist die Schwerstarbeit der Revolte, die uns bevorsteht. Aber, das ist das Schöne an dieser Arbeit: Neinsagen schweißt auch zusammen. Und es macht unglaublich viel Spaß.“ (Björn Kern: Aufgeklärtes Staunen, 2026)

„Ein Genie muss nicht laut sein, nicht einnehmend, nicht dominant. Es kann einfühlsam sein und ruhig, neugierig, zugewandt. Du gestaltest Räume, die man gerne auf Papier betrachtet. Du gestaltest aber vor allem Räume, in denen Menschen um dich herum scheinen können. Du bist ein Vorbild für viele, nicht weil sie dein Urteil fürchten, sondern weil sie ihr Bestes geben wollen für dich. Und das ist, was wir tun werden: jeden Tag unser Bestes geben und dabei Freude finden. Für dich. Für uns. Für immer.“ (Aus einem der vielen Nachrufe auf Jasmin Müller-Stoy im ZEIT MAGAZIN vom 20.08.26)