Bleibt alles anders?

„In einem Zustand derartiger Zerfaserung ist es angezeigt, einen Schritt zurückzutreten, um sich mit einer unabänderlichen Tatsache zu konfrontieren. Wir alle werden eines Tages sterben. Auch ich. Und auch Sie… Martin Heidegger nannte diese philosophische Existenzübung „Vorlaufen zum Tode“. Und siehe da, plötzlich tritt wesentlich klarer hervor, welche Dinge, Tätigkeiten und Menschen es wert sind, dass ich ihnen meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenke. Und was, existenziell gesehen, pure Zeitverschwendung, ja , eine nicht zu akzeptierende Fremdbestimmung ist. Ständige Erreichbarkeit zum Beispiel.“

„Daher ist heute ein guter Tag, um zu meditieren, damit wir aufwachen, das Leben feiern, den Arsch hochkriegen und ohne großes Gewese tun, was zu tun ist (und es gibt wahrhaftig genug zu tun), und dabei keine Angst haben, weil wir wissen, dass wir mit allem verbunden und in der Welt geborgen sind und im Grunde nichts zu verlieren haben. So wie eine SCHNEEFLOCKE, die ihre Wolke loslässt, mit anderen Schneeflocken im Wind tanzt und keine Angst hat, auf den Boden zu fallen, zu schmelzen und zu einem Tropfen in einem Fluss oder Ozean zu werden.“ (Lothar Schwalm)

1. Es liegt in meiner Natur, alt zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Altwerden zu entkommen. 2. Es liegt in meiner Natur, krank zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entkommen. 3. Es liegt in meiner Natur zu sterben. Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entkommen. 4. Alles, was mir lieb ist, und alle, die ich liebe, unterliegen einem naturgegebenen Wandel. Es gibt keinen Weg, der Trennung von ihnen zu entkommen. 5. Die Resultate meiner Handlungen von Körper, Rede und Geist sind mein Erbe. Meine Handlungen sind meine Fortführung. (The Five Remembrances)

„…man kann diese Welt nur mit der Leichtigkeit des Verrücktseins ertragen. Das kann man auch wörtlich sehen. Ein Stuhl wird permanent ver-rückt. Genauso ist unser Leben. Wir bleiben nicht stehen. Das macht vielen Menschen Angst. Sie würden gerne, dass das Leben – zumindest wenn es gerade gut ist – stehen bleibt. Aber das Leben ist dynamisch. Die Welt ist dynamisch. Dieses permanente Verrücken ist eine furchtbare Anstrengung, aber wenn man sich darauf einlässt, macht es das Leben auch sehr reich.“